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Mundart

Die Schönhengster Mundart

 

Die Schönhengster Mundart ist zweifellos mitteldeutsch-fränkisch, wenngleich oherdeutsche, das heißt bayrische, Einflüsse nicht zu leugnen sind. Diese Mundart ist nicht einheitlich und wird, je nach der Besiedlung der einzelnen Herrschaften, in fünf bis sieben verschiedene Mundartgebiete unterschieden. Die Unterschiede sind hauptsächlich lautlicher Art, erstrecken sich aber auch auf den Wortschatz und den Formenstand der einzelnen Mundarten. Auf die Gesamtmundart betrachtet, bildet der Schönhengstzug eine besonders scharfe Grenze zwischen den Mundarten in Ost und West. Er stellt gleichzeitig die Trennungslinie dar zwischen p/pf und e/a. Der Westen sagt Koupf, Toupf, Strumpf - der Osten Koup, Toup und Strump. Im Osten heißt es "ein schlechts Mehl", im Westen "a schlachts Mahl".

Interessant ist auch der Wandel des i, ie und ü des Nordens zum ai im Süden. Aus "Bliemla" und "Liebla" werden so "Blaimla" und "Laibla". In dieser Hinsicht zeigt der Südwesten mit seinen Dreilauten "diou" für "u" die größte Eigenart. Bei allen Schönhengster Mundarten fällt beim Hauptwort das auslautende e aus: "Ich gieh aus der Schul (Schaul, Schioul), i die Kiach (Kirch), i d Maß (Meß)." Das "d" wird gern ausgestoßen und man spürt in manchen Wörter vom "d" nur noch einen Hauch: Fo(d)n = Faden, Bo(d)n = Boden, po(d)n = baden. Wie im Oberfränkischen wandelt sich auch im Schönhengst das Zahlwort zwei. Man zählt: ous, zwoija, draija ... . Reich ist auch die Bildung der Kosenamen auf die fränkische Endung la, le, oder li (a mirkala Brot, Anderle = Andreas) in der Einzahl und -lich in der Mehrzahl (Modlich, Fischlich, Keichelich).

Die Wärme des Schönhengster Menschenschlages drückt sich mit Sicherheit auch in seiner Mundart aus, egal in welcher lokalspezifischen Ausprägung. das abschließende Hirtensprüchlein verdeutlicht dies:

      1.       Brai, Faierla, brai!

        Aich hait net gean de Kaih,

        aich hait nea gean d rutn Zaign,

        doß aich ku pun Faierla laign.  (Unterland)

         

      2.       Brieh, Foierla, brieh!

        Ich hitt net gan d Kieh,

        ich hitt ock gan d rutn Ziegn,

        doß ich koo pain Foierla liegn.  (Landskron)

         

      3.       Wrui, Foierla, wrui!

        Äich huit net gan de Kuih,

        äich huit nea gan de rutn Zäign,

        doß äich ko pen Foierla läign.  (Stangendorf)

 

(Harald Orner)

Glanz und Elend

Folgen des 2.Weltkrieges